Trainer. Was beinhaltet dieser Beruf eigentlich?!
Bedeutet es lediglich seinen Schülern etwas beizubringen, sie zu schulen und dafür zu sorgen, dass sie sich sportlich
weiterentwickeln?
Oder ist ein Trainer gleichzeitig auch Motivator, Vorbild, Zuhörer und in manchen Situationen auch Erzieher?
Meiner Meinung nach ist der Beruf eines Trainers viel komplexer als manch einer im 1. Moment denkt.
Ich denke nicht, dass es Trainern NUR darum geht, dass ihre Sportler besser werden. Um erfolgreich zu werden, muss man
eine Beziehung zu seinem Trainer aufbauen können. Und das geht wohl kaum ohne eine gewisse Sympathie oder die gleichen
Interessen bzw. Ziele.
Für mich war mein Trainer, Peter Ulbrich, immer mehrere Personen gleichzeitig.
Zum einen Lehrer, der das Ziel hat, das Beste aus mir rauszuholen, zum Anderen auch Vorbild, Reisebegleiter, Motivator, Animateur,
Zuhörer und manchmal auch Ersatzpapa.
Es gibt Zeiten, in denen verbringe ich mehr Zeit in der Fechthalle als zu Hause.
Da wären nicht nur das tägliche Training, sondern auch viele Wochenenden, an denen wir durch das ganze Land zu den
Turnieren reisen.
Meine Eltern und Freunde können leider nicht immer mitreisen, also verbringe ich viele Stunden/Tage/Wochen ohne sie.
Wer allerdings fast immer dabei ist, ist mein Trainer.
Er sitzt im Bus oder im Flugzeug neben mir und kann mir durch persönliche Erfahrungen im Sport, sowie im Leben, immer
etwas nützlichen beibringen.
Am Turnierort, beim Turnier an sich oder auch danach, steht er immer zu mir, egal was passiert.
Gewinne ich, gewinnen wir gemeinsam. Und dann genießen und feiern wir auch gemeinsam. Verliere ich, verlieren wir
gemeinsam. Und nach dem Turnier ist er für mich da, um mich aufzubauen und mir zu helfen, aus jeder Niederlage etwas
Positives zu ziehen.
Doch auch als Sportler dreht sich nicht das ganze Leben nur um den Sport.
Und mit wem reden, wenn Freunde und Familie kilometerweit weg sind?
Und wieder kommt der Trainer zum Einsatz, denn er ist da und ich behaupte einfach, er würde es niemals ablehnen,
seinem Sportler zuzuhören.
Ich denke, es ist nicht möglich, NUR Lehrperson zu sein, wenn man daran interessiert ist seine Sportler vorwärts zu bringen.
Damit möchte ich allen Menschen sagen, dass der Beruf des Trainers kein Beruf wie jeder Andere ist.
Er ist komplex und vielseitig, er ist individuell und speziell und wer sich für diesen Beruf entschieden hat ist mit Leib und
Seele dabei.
ch möchte mich deshalb im Namen aller Sportler für das Engagement unserer Trainer Peter Ulbrich, Frank Höltje und Aris
Enkelmann bedanken und mit Stolz auf eine gemeinsame und erfolgreiche Saison 2009/2010 zurückblicken.
Julia Kirschen